Rückenschmerzen

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Physikalische Therapie:
Therapie durch gezielte Reize

Im Bereich der Physikalischen Therapie kommen Behandlungsmethoden zum Einsatz, die gezielte Reize auf den Körper ausüben. Zu ihnen gehören z. B. Kälte- und Wärmereize, Druck- und Zugreize, Bewegung und Entlastung. Diese Methoden beruhen auf der Erkenntnis, daß der Organismus über spezielle Reizsetzung reguliert wird. Bei Erkrankungen ist die "normale" Reizsetzung gestört. Aus diesem Grund kann der Körper über die gleichen Reize behandelt werden, die der normalen Regulation zugrunde liegen.

Die Anwendung muß individuell entschieden werden !

Für den Bereich der Schmerztherapie werden einige Verfahren und ihre Anwendungen darstellen, die häufiger eingesetzt werden. Die kurzen Zusammenfassungen sollen aber nur eine Übersicht über die Möglichkeiten aufzeigen. Welche Methoden im konkreten Fall zur Anwendung kommen, muß der Arzt nach eingehender Untersuchung und in der Erstellung eines Therapiekonzeptes im Gespräch mit dem Patienten klären.
 

Elektrotherapie

Bei der Elektrotherapie werden niederfrequente aber auch hochfrequente Stromformen  zur Schmerzlinderung eingesetzt. Hauptsächlicher Anwendungsbereich sind alle akuten und chronischen Schmerzzustände bei chronisch degenerativen Erkrankungen des Bewegungsapparates und chronischen Entzündungsprozessen.

Je nach Erkrankung kommen verschiedene Formen der Elektrotherapie zum Einsatz.

Folgende Anwendungsformen können zum Einsatz kommen:

  • Die Galvanisation (Gleichstrom) wird insbesondere bei Radikulär- und Pseudoradikulärsyndromen angewandt.
  • Das Stangerbad als spezielle Form verbindet die Wirkung eines Vollbades mit der der Elektrotherapie. Dabei wird nicht nur die Schmerzschwelle verändert, sondern auch der Muskeltonus.
  • Impulsströme zwischen 2 und 150 Hz und eine Kombination von Impuls- und Gleichstrom kommen bei lokalen, akuten und chronischen Schmerzzuständen zum Einsatz.
  • Die Schwellstrom eignet sich besonders zur gezielten Kräftigung einzelner Muskelgruppen insbesondere auch nach operativen Eingriffen wo unmittelbar danach ein „aktives“ Training noch nicht erlaubt ist.
  • Die transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS) (link: Behandlung Akutschmerz!) ist heute schon in Eigenbehandlung durchführbar. Der Patient erhält nach einer entsprechenden Einweisung des behandelnden Arztes für eine bestimmte Zeit ein eigenes Gerät.

Tägliche Anwendungen:
Sinnvoll ist eine tägliche Anwendung der Elektrotherapie. In einigen Fällen, zum Beispiel bei der TENS, kann auch eine mehrfache Anwendung am Tag sinnvoll sein. Diese Entscheidung sollte individuell in Absprache mit Arzt und Patient erfolgen.

Massagen

Massagen sind nicht nur angenehm!

 
Massagen zählen zu der Gruppe der Mechanotherapie, deren unterschiedlichsten Formen in der Schmerztherapie angewandt werden und nachgewiesenermaßen folgende schmerz-lindernde Effekte haben:

  • reflektorische Effekte,
  • Freisetzung von Neurotransmittern,
  • Förderung der Durchblutung,
  • Herabsetzung des Muskeltonus,
  • Förderung des Abtransportes algogener Substanzen,
  • Dehnung des Bindegewebes

Eine Ausnahme ist die Unterwassermassage. Sie verstärkt häufig akute Schmerzen und sollte nur bei chronischem Schmerz eingsetzt werden.

Wärmeanwendungen

Wärme wird sehr häufig in der Schmerztherapie angewandt.
 
Örtlich kann das durch Infrarotlichtbestrahlung, Fango- und Paraffinpackungen oder Wärmepackungen mit Heublumen-, Leinsamen- oder Kartoffelsäcken erfolgen. Wärmeanwendungen für den ganzen Körper erreicht man durch Sauna oder Bäder.

Die Schmerzschwelle wird verändert.
Durch Wärmereize wird, durch stärkere Durchblutung, der Stoffwechsel gesteigert, algogene Substanzen werden verstärkt abtransportiert. Die Folge ist eine Veränderung der Schmerzschwelle.
Einfache Durchführung zu Hause.
Einfache Wärmeanwendungen können ohne Probleme zu Hause durchgeführt werden. Bei chronischen Schmerzen werden oft Kuren mit einer Mindestdauer von drei Wochen empfohlen, bei denen Wärmeanwendungen nur einen Teil des Behandlungsplanes ausmachen.
Gegenanzeigen
Bei lymphatischen Stauungen, akuten Entzündungsprozessen und malignen Erkrankungen sollte eine Wärmebehandlung nicht durchgeführt werden.

Kälteanwendungen

Kälte verändert den örtlichen Stoffwechsel.
  
Kälte betäubt, das hat jeder schon einmal bei kleinen Verbrennungen oder Verletzungen festgestellt. Kälteanwendungen werden bei schmerzhaften Reizerscheinungen bzw. akuten entzündlichen Prozessen lokal durchgeführt. Es gibt kurzzeitige und länger andauernde Anwendungen. Schmerzlindernd wirkt dabei u.a. die Herabsetzung des örtlichen Stoffwechsels, weil sich die Blutgefäße verengen, und die Blockierung der Nervenleitung.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Anwendung, z. B. Kühlspray, Eiseinreibungen oder Eispackungen, Kältepackungen mit Kühlgelbeuteln, und maschinelle Kälteanwendungen durch tiefgekühlte Luft oder Stickstoff.( Kryotherapie ) Naßkalte Wickel sind ein seit langem bekanntes Hausmittel gegen Schmerzen. Kneippsche Anwendungen, Güsse und Waschungen ... die Palette der Möglichkeiten ist vielfältig..Viele einfache Kälteanwendungen können ohne Probleme zu Hause angewandt werden. Bei chronischen Schmerzen werden oft Kuren mit einer Mindestdauer von drei Wochen empfohlen, bei denen Kälteanwendungen nur einen Teil des Behandlungsplanes ausmachen

Manualtherapie

Der Spielraum von Gelenken wird wieder hergestellt.
  
Eine manualtherapeutische Behandlung kann bei reversiblen Störungen der äußeren Gelenke und der Wirbelsäule angewendet werden. Dazu bedarf es einer speziellen Ausbildung von Ärzten und Therapeuten. Bei der Manualmedizin werden bestimmte Grifftechniken genutzt, um den Spielraum von Gelenken wieder herzustellen. Nachdem benachbarte Gelenke fixiert wurden, wird eine kurze ruckartige Bewegung ausgeführt, die einen starken Reiz auf das gestörte Gelenk und auf die Nervenenden ausübt. Meistens ist ein "Knacken" zu hören. Danach läßt in der Regel der Schmerz nach.

Weichteiltechnik wird oftmals bevorzugt:

Um verspannte Muskelgruppen zu entspannen, wird häufig auch die Weichteiltechnik angewandt, bei der auf den Bereich der muskulären Verspannung Druck ausgeübt wird. Manipulationstechniken sollten nicht nach einem Unfall oder bei akuten Entzündungen durchgeführt werden.
Vorsicht!
 
Wichtig: Lassen sie sich nicht von einem Arzt / Therapeuten behandeln, der keine spezielle manualtherapeutische Ausbildung besitzt

Medizinische Trainings Therapie (MTT)

Körperliches Training
 
Zahlreiche Studien zeigen, dass Bewegung anderen Therapieansätzen überlegen ist!
Aber Vorsicht nicht jedes angepriesene Training ist gleichzeitig das optimale Training für Sie!
Die Medizinische Trainings Therapie ( MTT ) befaßt sich vorwiegend mit dem Aufbau und der Wiederherstellung von muskulären Defiziten. Weiterhin beinhaltet sie auch das Training im Bereich von Herz-Kreislauf-Problemen.
Muskuläre Defizite des Skelett- und Bewegungsapparates treten z.B. nach traumatischen Operationen oder aber nach chronischen Schmerzsymptomatiken (z.B. chronischer Rückenschmerz) auf. Aufgrund der langanhaltenden Schmerzen kommt es langsam zu einem Rückgang der Rücken-bzw. Rumpfmuskulatur, da durch die Schmerzen ein Aufrechterhalten der Kraft im Rückenbereich nicht möglich ist. In manchen Fällen kann sich bei unspezifischem Training der Schmerz sogar noch erhöhen und sich die Problematik verschlimmern.
Hier ist es nun Aufgabe der MTT gezielt und schmerzfrei ein Muskelaufbautraining für die Rumpfmuskulatur zu gewährleisten. Gerade im Bereich der Rumpfmuskulatur sei gesagt, daß ein gezieltes und umfassendes Muskeltraining zeitintensiv ist und im Gegensatz dazu 1 mal wöchentlich 30min. nicht als effektiv oder sinnvoll angesehen werden kann.
Die MTT ist somit darauf ausgerichtet, gezielt Muskeldefizite unter genauer Berücksichtigung des Krankheitsbildes zu beheben. Voraussetzung hierfür ist zum einen die fachliche Qualifikation des Arztes bzw.Therapeuten und zum anderen die therapeutischen Geräte.
Hierzu zählen nicht nur die reinen Trainingsmaschinen wie Beinpresse oder Kniestrecker, sondern auch das Trainingsprogramm, welches für das Training auf den Gymnastikmatten zusammen gestellt wird. (siehe auch Übungen zur Kräftigung der Rückenmuskulatur !) Wichtig jedoch ist die therapeutische Kontrolle bei der Ausführung des Trainingsprogrammes. Dieses ist besonders bei Patienten mit Herz-Kreislauf-Symptomatiken unerlässlich

Krankengymnastik

Die Krankengymnastik ist eine aktive und sehr wichtige Behandlungsform. Krankmachende Bewegungsabläufe sollen durch gezieltes Üben dauerhaft vermieden werden. Aus diesem Grunde ist der therapeutische Sport so wichtig. Er unterstützt auch den Heilungserfolg anderer Behandlungsmethoden und verbessert die physische und psychische Gesundheit.
 
Krankengymnastik ist meistens eine dauerhafte Aufgabe. Auch nach einer fachgerechten Anleitung sollten Betroffene die Übungen regelmäßig weiter durchführen. Krankengymnastik kann Einzeln oder in Gruppen durchgeführt werden. Gruppenbehandlungen unterstützen das psychische Erlebnis der Gemeinsamkeit und sind, falls möglich, der Einzelbehandlung vorzuziehen.


 

Hochfrequenztherapie

Die „ 100.000 Volt-Therapie“
 
Meist sind Kontakte mit Strom wie z.B. bei Kurzschlüssen eines Haushaltgerätes äußerst unangenehm. Dass Strom Schmerzen lindert, ist weniger bekannt.
Eine Form dieser Elektrotherapie mit vor allem schmerzlindernder und durchblutungs-fördernder Wirkung ist die sogenannte Hochfrequenztherapie modifiziert nach Dr. Nuhr oder auch salopp die „ 100.000 Volt-Therapie“ genannt.

Bei der lokalen Anwendung der Hochfrequenztherapie wird dem Körper eine bürstenförmige Elektrode gegenübergesetzt aus dieser ein Glimmlicht strömt. Aber keine Angst solche Arsonvalströme sind trotz ihrer hohen Spannung für den Menschen ungefährlich- eine Ausnahme besteht nur bei Herzschrittmacherträgern.

Die spezifische Wirkung dieser Therapie liegt in einer allgemeinen Anregung des Stoffwechsels da der Gesamtumsatz des menschlichen Organismus erhöht wird. Speziell kommt zu einer Aktivierung der Stresshormonproduktion und Ausscheidung, welche sich bei all jenen Krankheiten positiv auswirkt, die auf eine derartige Aktivierung günstig reagieren.

Die Anwendungsgebiete sind daher im speziellen Neuralgien, Myalgien, sämtliche Formen der Migräne, Stirn-Nebenhöhlenerkrankungen, Schlafstörung aber auch klimakterische Beschwerden. Weiters findet die Hochfrequenztherapie ihren Einsatz bei chronischer Polyarthritis, akuten und chronischen Wirbelsäulen-Bandscheibenerkrankungen wie auch bei Durchblutungsstörungen und allgemeiner Fehlregulation des vegetativen Nervensystems.

Die Durchführung erfordert jedoch viel Erfahrung und subtiles Einfühlungsvermögen und wird deshalb weltweit nur in wenigen Therapiezentren angeboten und erfolgreich eingesetzt.



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Univ. Prof. Dr. Martin Nuhr
Ambulatorium Dr. Nuhr
Im Grund 40
A-3541 Senftenberg
Tel.: ++43 (0)2719 2221-0
Prof.Nuhr@nuhr.at - www.Prof-Nuhr.at