Univ. Prof. Dr. MARTIN NUHR
Spezialist für
Schmerztherapie
Wirbelsäulengymnastik/Rückenschule         
Chiropraxis/Osteopathie

Behandlung

Welche Behandlungen können durchgeführt werden und wie gut ist deren Wirksamkeit belegt?
 
Bei Vorliegen einer Grunderkrankung als Auslöser der Schmerzen erfolgt eine entsprechende Behandlung derselben. Lässt sich keine auslösende Grunderkrankung feststellen, so spricht man von unspezifischem Rückenschmerz.
I. Akuter Rückenschmerz

Ziel beim Akuten Rückenschmerz ist es die Schmerzen auf ein erträgliches Maß zu reduzieren bzw. im optimalen Fall auszuschalten.

Hierfür gibt es eine sehr gut belegte Wirksamkeit für:
 
1. Schmerzstillende und entzündungshemmende Medikamente (sog. nichtsteroidale Antirheumatika/NSAR) - allerdings hält die Wirksamkeit nur so lange an, wie das Medikament im Körper bleibt. Deshalb sind solche Präparate zur Langzeitanwendung nicht zu empfehlen, vor allem auch, weil höhere Dosen auf Dauer die Gefahr eines Nierenschadens mit sich bringen und auch die Magenschleimhaut belasten. Neuere Substanzen - so genannte COX-2-Hemmer - sind schonender für den Magen.
Sollten diese zur WHO Stufe I zählenden Präparate keinen ausreichende Reduktion der Schmerzen erzielen werden dazu kombiniert:

2. Schmerzstillende Medikamente auf Opiatbasis (schwache Opioide) - wirken zwar gegen die Schmerzen, aber nicht gegen die oft gleichzeitig vorhandene Entzündung. Sie belasten allerdings Magen und Nieren weniger als NSAR. Können aber müde machen, weshalb besonders beim Autofahren Vorsicht geboten ist!
Weiters haben sich bei akuten Schmerzen invasive Methoden zur Schmerzbekämpfung bewährt:

3. Injektionen in die kleinen Wirbelgelenke – hier wird vom erfahrenen Arzt mittels Infiltration direkt ein rasch wirksames Schmerzmittel – meist in Kombination mit einem entzündungshemmenden Medikament – an den Schmerzpunkt verabreicht. Jedoch sollte diese Therapie nur von einem erfahrenen Untersucher durchgeführt werden um somit die Gefahr von Infektion und Schädigung nahe gelegener Nervenstrukturen zu minimieren.

4. Injektionen in Bänder und Triggerpunkte –auch bei dieser Therapieform werden Medikamente direkt an den Ort der Schmerzentstehung appliziert.
 
Wichtig ist auch dass die Patienten Ihre

5. Normale körperliche Aktivität beibehalten - Studien haben eine deutliche Schmerzreduktion sowie eine Verringerung der Krankenstandstage belegt.
Natürlich sollte diese Alltagsaktivitäten an den allgemein körperlichen Zustand und der vorliegenden Schmerzintensität anpepaßt sein. Extreme körperliche Belastung sowie anstrengende Sportarten sollten in der Akutphase vermieden werden. Bei Fragen oder Unklarheiten ist am besten den behandelnden Arzt zu fragen.
Allgemein gilt: Bewegungen über die Schmerzschwelle hinaus oder Aktivitäten die sogar zu einer Schmerzverstärkung führen sollten tunlichst vermieden werden!
 
Ebenso kommen Physikalische Therapien zur Anwendung:
Die Versuche, bestimmte Erkrankungen mit Strom zu heilen, sind schon sehr alt und gehen bis in die Antike zurück. Damals kannte man zwar noch nicht die Elektrizität (zumindest war sie nicht allgemein bekannt), doch bedienten sich die Mediziner des Klassischen Altertums der Zitterrochen, das sind Fische, die Stromstöße abgeben. Sie banden ihren Patienten einfach zappelnde Zitterrochen auf schmerzende Körperstellen.
Seit man Strom erzeugen kann, wurde immer wieder versucht, diesen in der Schmerztherapie zu verwenden
 
6. Transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS) –wie der lateinische Name schon sagt handelt es sich hierbei um eine transcutane (durch die Haut) elektrische Nervenstimulation. Es handelt sich somit um eine Stimulations-( anregende) Therapieform, die sich des elektrischen Stroms bedient.
Seit rund 20 Jahren wird die T.E.N.S.-Methode als Nervenreiztherapie angewendet.

Die transkutane elektrische Nervenstimulation zur Schmerzlinderung leitet über Elektroden einen schwachen Strom-Reiz in das Nervensystem, um auf diese Weise eine Blockade gegen die natürliche Weiterleitung des Schmerzes zum Ge-hirn zu bewirken. Dazu werden auch kleine, handliche Geräte eingesetzt, die man mit sich tragen kann. Dennoch sollte man aber keine "Selbstbehandlung" durchführen, ohne vorher mit dem Arzt gesprochen zu haben. Das vor allem auch deshalb, weil eine Vielzahl von Geräten angeboten werden, von denen zumindest einige wenige nicht den Anforderungen, die an sie gestellt werden, entsprechen.

Bewährt hat sich diese Heilmethode weiters auch bei Zerrungen und Stauchungen von Gelenken und Muskeln, Gelenksversteifungen, Hexenschuss und Ischias sowie bei Arthrosen, Schiefhals, Migräne und Durchblutungsstörungen. Aber auch Schmerzen, die bei Gürtelrose entstehen und bei so genannten "Phantomschmerzen" – wenn an der Stelle eines amputierten Körpergliedes starke Schmerzen entstehen – lassen sich erfolgreich mit T.E.N.S. behandeln.
Weitere Physikalische Behandlung - Wärme-, Kälte-, Mechano- (z.B. Massage, Ultraschall & Co), Hydrotherapien ( Unterwassertherapien etc.) werden meist nach der Akutphase – d.h. nach Abklingen der Akutsymptome nach der 1.oder 2.Woche - begonnen.
 
7. Wirbelsäulen-Manipulation - Die Manipulation von Gelenken ist eine uralte Behandlungstechnik, Dabei wird mit einem kurzen, schmerzlosen „Ruck“ das Bewegungsgleichgewicht von Gelenken und Muskeln wiederhergestellt. Die manuelle Medizin gilt als konservativ-orthopädische Methode, die bei schmerzhaften Störungen des Stütz- und Bewegungsapparates in ihren diagnostischen Möglichkeiten unverzichtbar ist. Manualtherapeutische Techniken spielen dabei aufgrund ihrer Ökonomie und ihrer oft sehr rasch zu beobachtenden Effizienz eine außergewöhnliche Rolle in der Behandlung einschlägiger Erkrankungen.
 
8. Verhaltenstherapie - wirkt sowohl bei akutem als auch bei chronischem Schmerz durch eine gewisse Verringerung der Schmerzintensität und auch durch eine Veränderung der Belastungsmuster (z.B. Änderung der Sitzposition bei der Berufsausübung siehe „Der perfekte Sitzplatz“).

9. Rückenschulen - verschiedene Studien haben unterschiedliche Ergebnisse geliefert. Einige Untersuchungen ergaben Erfolge von Rückenschul-Übungen gegenüber anderen gymnastischen Übungen oder chiropraktischer Behandlung. Vorteil: kaum negative Effekte.
 
Nutzen und möglicher Schaden müssen abgewogen werden bei:

Muskelrelaxantien (Medikamente aus der Gruppe der Benzodiazepine) - führen zwar zu Verminderung von Schmerz, Muskelverspannung und Bewegungseinschränkung, haben jedoch ein erhebliches Abhängigkeitspotenzial und machen darüber hinaus benommen.
 
Als nicht nützlich bzw. schädlich hat sich erwiesen:
Bettruhe - führt zu geringerer Beweglichkeit in den Gelenken und zeigt keine positiven Effekte.

II. Chronischer Rückenschmerz
>> Mehr Info siehe Physikalische Therapiemöglichkeiten



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